Vom geplanten Aussteiger zum geforderten Unternehmer

15. Mai 2010

Eigentlich hatte man es ja ganz anders geplant……………………….

man wollte in erster Linie hier in Florida leben, und weil dies in aller Regel nur mit einer Investition und anschliessender Tätigkeit möglich ist, übernahm man halt mal ganz schnell ein bestehendes Geschäft.

- Wird schon alles gut gehen –

Die Notwendigkeit einer vorherigen ausführlichen Überprüfung wurde dabei völlig vergessen.

So vergass man auch, die eigene persönliche Eignung für das zukünftige Unternehmen zu prüfen, insbesondere dann, wenn einem das Geschüft von Vermittlern aus dem guten Freundes- oder Bekanntenkreis als „die Gelegenheit“ präsentiert wurde.

Die häefigsten Fehleinkäufe findet man dabei weltweit im gesamten Gastronomiebereich………

immer unter der allgemeinen völlig falschen Betrachtung,

-  Meine Frau kann kochen, ich kann ausschenken und unsere Kinder bedienen-

So werden mir sicherlich alle echten Gastronomen bedingungslos zustimmen, dass dies alleine keinesfalls ausreicht, sondern gerade die Gastronomie in ihrer heutigen Vielfalt ein hohes Mass an Einsatz und Unternehmerischem Denken erfordert.

So besteht die Hauptaufgabe eines erfolgreichen Gastronoms heute nicht mehr darin, zu entscheiden ob er ein Schnitzel brät oder einen Braten im Rohr gart, sondern in der täglichen Überlegung, wie oder durch welche eventuelle zusätzlichen Attraktionen er Kunden bzw. Gäste gewinnt und hält.

Marketingtechnisch zum Ausdruck gebracht sollte man zunächst einmalig vor der Übernahme und später während des Betreibens in angemessenen Abständen,  folgende Schritte durchführen:

  • Die Bedarfsanalyse
  • Die Untersuchung der Konkurrenzsituation
  • Die Zielgruppenbestimmung
  • Die Überprüfung und gegebenenfalls die Veränderung des Konzeptes zur Kundengewinnung.

Dieses unternehmerische Denken und Handeln betrifft natürlich nicht nur die Gastronomie, sondern alle Unternehmensbereiche, egal welcher Art.

Ein Eskimo kauft keinen Kühlschrank……………..

weil er keinen braucht und ein Nichtschwimmer wird sich kein Surfbrett zulegen, als Beispiel auf die Bedarfsanalyse bezogen, dies nur als Erläuterung dazu, was man darunter versteht.

Einige Untersuchungen und nicht zuletzt meine persönlichen Erfahrungen zeigten sehr oft, dass manches Unternehmen das gescheitert ist, seine Waren oder Dienstleistungen völlig am Bedarf vorbei angeboten hatten. Erste Fehler wurden dabei bereits bei der Firmengründung gemacht.

Man schiebt dann das Scheitern gerne der zunehmenden Konkurrenz in die Schuhe und bringt dies als Entschuldigung für den Fehlgriff zum Ausdruck.

Andererseits stellt man aber bei näherem Durchleuchten fest, dass es in der ein und der selben Branche immer Unternehmen gibt die sich erfolgreich durchsetzen, während andere ums Ueberleben kämpfen.

Die unterschiedlichen Ergebnisse……….

liegen bei näheren Betrachten bei den erfolgreichen, dabei fast immer in einem fundierten Marketingkonzept, dessen Zielgruppenbestimmung im Detail auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt ist, während man bei den anderen teilweise völlig veralterte Firmenkonzepte vorfand, die den heutigen Erwartungen hinterher liefen, oder im schlimmsten Fall sogar entgegen wirkten.

Fehleinschätzungen führen dabei oft zur Existenzvernichtung und nicht zur Existenzförderung.

Diese Mängel könnten durch frühzeitige Firmenchecks rechtzeitig erkannt und entsprechend korrigiert werden. Hierbei genügen manchmal nur kleine Denkanstösse die einer Unternehmensstrategie plötzlich eine völlig andere Richtung geben, die letztendlich zum Erfolg führt.

Man könnte dies auch mit einer Krankheit vergleichen, deren Heilung bei Früherkennung leicht moeglich ist, bei verspäteter Feststellung aber, fatal enden kann.

Auch ein Unternehmen kann erkranken…………….

Hieraus sollte die Erkenntnis wachsen, dass sich nicht nur der Mensch, sondern auch ein Unternehmen regelmässig einer ausführlichen Gesundheitskontrolle unterziehen soll, spätestens dann, wenn die ersten Schmerzen auftreten.

So soll dieser Artikel all jene zum Nachdenken anregen, die sich, anstatt das ursprünglich erträumten Rentner- oder Aussteigerdasein hier in Florida, plötzlich mit einer ungewohnt harten Realität des Unternehmertums täglich auseinander setzen müssen, sowie denen, die sich noch in der Planung eines derartigen Vorhabens befinden.

Mein Rat deshalb, lassen Sie sich Zeit und sprechen sie mit unabhängigen Experten, damit der Traum nicht zum Alptraum wird.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfuegung.

R.H.Collins
rhuvcollins@comcast.net

Die „Betriebwirtschaftliche Auswertung“ als wichtigste Grundlage

28. März 2010

Der Gang zum Unternehmensberater ist für den amerikanischen Existenz­gründer so obligatorisch, wie die Kon­sultation des Steuerberaters und des Rechtsanwaltes. Nicht umsonst gel­ten die Konzepte und Strategien der amerikanischen Unternehmensbera­tung Mc. Kinsey weltweit als Richt­schnur für Großkonzerne und Finan­zinstituten.

In Deutschland dagegen wird der Un­ternehmensberater mehr als Sanie­rungsberater angesehen und verbrei­tet unter den Mitarbeitern eines Un­ternehmens Angst und Schrecken wenn er angeheuert wird.

Vergessen wird hierbei, dass die dann völlig neuen Strategien, Arbeitsab­läufe Vermarktungskonzepte oder Strukturänderungen zur Kostensen­kung oder Optimierung beitragen und dadurch oft zur Rettung des Unter­nehmens führt, auch wenn dadurch einzelne Arbeitsplätze sozusagen wegrationalisiert werden.

Die Gründe für diese Ergebnisse liegen oftmals an dem Umstand, dass diese Hilfe zu spät geordert wird und daher eine Optimallösung der Probleme ausscheidet.

So bleibt dann nur noch die Wahl zwischen dem kleineren und größeren Übel.

Im Klartext:  Schließen, oder anders weitermachen.

In Deutschland teilweise Vorschrift

Will ein Existenzgründer in Deutsch­land für sein Vorhaben die sogenann­ten staatlich geförderten Existenz­gründungsmittel in Anspruch neh­men, so muß er eine „Betriebswirtschaftliche Auswertung“ von einem IHK anerkannten Exi­stenzgründungsexperten vorlegen. Diesem Formzwang haben sich auch die Banken unterworfen, wenn ein Exi­stenzgründer für sein Vorhaben, ein Darlehen benötigt.

Hieraus folgt, dass der Existenzgründer in Deutsch­land zwar jede Menge Erklärungen zu sei­nem Vorhaben abgeben muß, ande­rerseits aber durch die gezwun­gene Vorlage einer „Betriebswirtschaftlichen Auswertung“ einen wesentlich besse­ren Schutz vor Insolvenz genießt, da die Banken grundsätzlich nur dann das bean­tragte Darlehen gewähren, wenn diese BWA das zukünftige Unter­nehmen positiv bewertet.

Wo ist hier die schützende Hand ?

Der Unterschied zwischen den Exi­stenzgründern in Deutschland und den Deutschen die hier in Florida eine Existenz gründen, besteht in aller Regel in finanzieller Hinsicht.

So ist der Existenzgründer in Deutschland ein echter Firmengrün­der, also ein Jungunternehmer und daher auf die Finanzierung durch die Banken und deren „Gott will“ ange­wiesen. Somit muß er sich quasi dem vorgeschrieben Ritual unterwerfen und sein Vorhaben von einem unab­hängigen Experten prüfen lassen.

Der deutsche Existenzgründer in Flo­rida dagegen ist aber oft ein soge­nannter „Aussteiger“.

So höre ich immer wieder bei meinen Gesprächen, dass es dem Einzelnen in erster Linie nur darum geht hier zu leben und weil dies in aller Regel nur mit einer Investition und anschließen­der Tätigkeit möglich ist, gründet man halt schnell mal eine Firma oder übernimmt eine bestehende oder ver­sucht eine sogenannte „Top-Ge­schäftsidee“ zu verwirklichen.

Es wird also so ziemlich alles gekauft oder übernommen, was der Geldbeutel hergibt, nur um hier leben zu können.

Die Finanzmittel holt man sich aus Deutschland entweder durch den Verkauf seines Hauses oder anderen Aktivitäten. Das Geld ist also schon da, und deshalb braucht man ja nie­manden zu fragen, wie oder wo man es investiert.

Bestärkt wird man dann noch durch die sogenannten „Berater“,

die in Wahrheit eigentlich Verkaeufer sind und natürlich für jeden Zah­lungswilligen grundsätzlich die pas­senden Geheimtips präsentieren, so unter dem Motto: schnell zuschlagen, bevor es ein anderer tut.

Nun sieht es natürlich in erster Linie wirklich so aus, als ob in Florida alles viel unproblematischer abläuft wie in Deutschland. Vergessen wird aber, daß man schließlich sein eigenes Geld investiert und deshalb natür­lich niemanden fragen muß.

Unter diesen Umständen wäre es üb­rigens in Deutschland absolut gleich einfach.

Man darf dabei aber auch nicht ver­gessen, dass man auch sein eigenes Geld verliert, wenn es in die Hose geht.

Ferner die Konzequenzen einer so­genannten Fehlinvestition, also Heim­reise und von NULL an beginnen, weil man alles verloren hat.

Schützen Sie sich selbst vor einer Fehlinvestition

Machen Sie es einfach so wie die Banken und rücken Sie Ihr Geld erst dann heraus, wenn Ihnen durch eine fundierte „Betriebswirtschaftliche Auswertung „testiert wird, dass Ihre zukünftige Existenz als ein positives Unternehmen beurteilt wird.

Denken Sie stets daran, dass eine ge­scheiterte Existenzgründung eventuell zur totalen Existenzvernichtung füh­ren kann.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Ron H.Collins
rhuvcollins@comcast.net

Die häufigsten Fehler aus betriebswirtschaftlicher Sicht

28. Dezember 2009

Am Anfang stand der Traum

Sicherlich kennen Sie das Gefühl, nach einen oder mehreren Urlaubs-aufenthalten hier in Florida, sich ernsthaft mit dem Gedanken zu tragen Ihrem Heimatland für immer den Rücken zu kehren. Die Gründe liegen in den unterschiedlichsten Motivationen. Nun hat man relativ schnell ein geeignetes Haus gefunden, stellt sich schon geistig vor welches Auto man hier fahren wird, legt schon einmal fest an welchen Tagen man bei Sonne und „Rumrunner“ am Beach verbringt, und dann kommt erst die Existenz an die Reihe, denn schließlich muß man ja auch von etwas leben können.

Nun plagen einem die unterschiedlichsten Gedanken, je nach finanzieller Qualifikation und eigener Kreativität. Der Kreative plagt sich dann Tag und Nacht mit sogenannten „Marktlücken“, also Dingen die es hier noch nicht gibt, aber nach seiner Überzeugung hier in Florida ein absoluter Renner sein müßte.

Das ist schon der erste Fehler:

Als Vergleich dient hier dann fast immer das Heimatland, z.B. Deutschland. Nun ist es richtig, dass es in Deutschland viele Geschäftsaktivitäten gibt, die hier nicht zu finden sind. Es ist auch richtig, dass einige dieser Geschäftsaktivitäten in Deutschland ein echter Renner sind. Tatsache ist aber, dass die Mentalität der Verbraucher in Deutschland nicht die gleiche wie hier in USA ist, schon gar nicht die, der Floridianer.

Das ist dann der zweite Fehler:

Nun kommen die sogenannten „Berater“ an die Reihe, wobei man hierbei völlig vergißt, dass die vermeintlichen Berater, z.B. die Makler, eigentlich Verkäufer sind. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich die Tätigkeit eines Maklers abqualifizieren möchte, sondern lediglich, dass es die Aufgabe eines Maklers ist, ein Geschäft zu verkaufen oder eines zu suchen.

Seine Beratungstätigkeit bezieht sich also auf die seriöse Abwicklung in Bezug auf den Kauf bzw. Verkauf. So ist es also nicht die Aufgabe eines Maklers den zukünftigen Geschäftserfolg zu beurteilen, sondern zu dieser Beurteilung wird er, wenn er seriös arbeitet, immer an einen entsprechend fachkompetenten und unabhängigen Experten verweisen. Unterläßt er trotz gezielter Kundennachfrage diesen Formzwang, bzw. weicht er mit Randbemerkungen sogar gezielt aus, kann man davon ausgehen, dass es ihm nur um den Verkauf geht, so unter dem Motto:

„ Nach mir die Sintflut „

Die rechtliche und steuerliche Grundlage

Man sucht einen Anwalt auf und bespricht alle rechtlichen Voraussetzungen, läßt die Verträge prüfen und holt sich dort den entsprechenden Rat hinsichtlich der Gesellschaftsform ein, in der man das Geschäft dann betreiben möchte. Ferner bespricht man die verschiedenen VISA Möglichkeiten und leitet auch hierfür dann die notwendigen Schritte ein.
Gleichzeitig konsultiert man einen Steuerberater, der dann in Verbindung mit der jeweils gewählten Gesellschaftsform die steuerlichen Gesichtspunkte im Detail erläutert. Nachdem es sich in der Regel um eine Neugründung handelt, wird dann noch ein sogenannter Businessplan über 5 Jahre erstellt.
Nun meint man alles richtig gemacht zu haben, so unter dem Motto:

„Ich habe ja einen guten Anwalt und einen guten Steuerberater“

und das ist dann :

Der dritte Fehler.

Ein Geschäft, gleich welcher Art, lebt zukünftig nicht davon, wie gut der Anwalt oder der Steuerberater ist, sondern nur und ausschließlich vom Umsatz und Gewinn. Was nützt der beste Steuerberater, wenn es nichts zu versteuern gibt, weil das Geschäft nicht läuft!

Zusammengefaßt also, gibt man für alle randbegleitenden Maßnahmen viel Geld aus, das allerwichtigste aber eine „Betriebswirtschaftliche Auswertung“, der zukünftigen Existenz mit allen wesentlichen Merkmalen erspart man sich und wundert sich dann, wenn bereits im ersten Jahr die Planzahlen nicht annähernd erfüllt wurden.

Erschwert kommt dann noch dazu, dass die laufenden Kosten im hohen Maße unterschätzt wurden. So erlebte ich immer wieder während meiner langjährigen Berufspraxis die Situation, dass ein Unternehmensberater häufig mit einem Sanierungsberater verwechselt wird, also in der Regel immer erst dann konsultiert wird, wenn es nichts mehr zu retten gibt. Natürlich finden die Geschädigten dann immer gleich einen Schuldigen, so unter der Bemerkung, das hätte doch der Steuerberater , der Makler oder der Anwalt schon damals sehen müssen.

Vergessen wird dabei die Tatsache, dass diese Berufsgruppen, wie bereits erwähnt, völlig andere Aufgabenfelder bedienen, sich also keineswegs mit Liquiditätsplänen, Marktanalysen, Zielgruppenbestimmung oder sonstigen Marketingmaßnahmen befassen.

Sicherlich sind z.B. einem Steuerberater diese Begriffe nicht fremd, sein Schwerpunkt ist aber das Steuerrecht. Man denke hier an den Vergleich des Metzgers, der auch Semmeln verkauft, diese aber nicht selbst herstellen wird.

Um die Notwendigkeit einer vorherigen Betriebswirtschaftlichen Auswertung, also vor Durchführung einer Existenzgründung einmal etwas zu unterstreichen, darf ich an die Statistik erinnern, die bei Insolvenzaufarbeitungen im Nachhinein klar aufzeigt, dass 80 % aller gescheiterten Existenzgründungen bei einer richtigen vorherigen BWA erst gar nicht gegründet hätten dürfen. D.h. das Fiasko war deutlich vorhersehbar.

Darüber sollte heute jeder, der sich mit dem Gedanken trägt eine Existenz zu gründen, einmal in Ruhe nachdenken.

Soweit meine heutigen Ausführungen als Start meiner Informationsreihe zum Thema Existenzgründungen.In meinen nächsten Berichten werde ich auf ein paar wichtige Punkte einer hiesigen Existenz detailliert hinweisen.

Ein Schwerpunkt wird dabei z.B. die zielorientierte Kundengewinnung, denn schließlich muß der Wurm dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Ron H.Collins
rhuvcollins@comcast.net